São Carlos hat im Bereich der Straßenkinderarbeit einen ganz neuen Weg eingeschlagen. Die Salesianer Don Boscos haben im Auftrag der Stadtverwaltung ein Projekt ins Leben gerufen, das straffällig gewordenen Jugendlichen noch eine Zukunftsperspektive bietet.
Auf Grund der hohen Kriminalitätsrate im Bereich der kleineren Delikte unter den Straßenkindern, wurde ein Zentrum gegründet, das im Falle von Jugendkriminalität der Stadt Beistand leistet. Ein Richter führt in São Carlos täglich 10 bis 12 Beratungsgespräche sowie „Kurzverfahren“ durch.
Sozialarbeiter und eine Psychologin des Zentrums stehen für
Gespräche mit den Familien bereit. Diese erstrecken sich sowohl
auf die Erfassung des sozialen Umfeldes als auch über Defizite im
Entwicklungsstand der jungen Menschen. Zu dieser Erstaufnahmephase
können die Jugendlichen in angeschlossenen Räumlichkeiten des
Zentrums aufgenommen werden. Dies erspart ihnen derzeit zumeist die
Einweisung in ein Jugendgefängnis, bzw. sogar Gefängnis
für Erwachsene und die Aufnahme eines regulären
Strafverfahrens.
Wichtige Integrationsinstrumente des Zentrums sind Fußball, Capoeira und gemeinsame Gartenarbeiten. In der überwiegenden Zahl der Fälle können die jungen Menschen unter bestimmten Auflagen wieder in ihre Familien entlassen werden..
Das seit 1998 von den Salesianern Don Boscos durchgeführte
Projekt wird von verschiedenen staatlichen Einrichtungen und Firmen der
Stadt gemeinsam getragen. Es hat die Zahl der Einweisungen in
staatliche Erziehungsprogramme von 22 im Jahre 1998 auf derzeit 5 im
Jahr 2000 reduziert. Damit bleibt den Jugendlichen ein oftmals sehr
leidvoller Weg mit schlechter Zukunftsperspektive in staatlichen
Erziehungsprogrammen oder sogar Gefängnissen erspart!